In Rom gewesen und den Papst nicht gesehen, Tag 1

Hallo Freunde,

in der Oberstufe müssen die armen, bemitleidenswerten Kinder in Niedersachsen tatsächlich ein Fach wählen, in welchem man für Nichtstun gute Noten bekommt, mit dem ganzen Kurs verreist und das eigentlich gelernte Know-how über wissenschaftliches Arbeiten einmalig anhand der Anfertigung einer Facharbeit anwenden muss. Mein Seminarfach lief unter dem Motto „Local Heros“, was bedeutete, dass wir im ersten und zweiten Semester an einer Ausstellung über den Namensgeber unserer Schule feilten, die natürlich niemals fertig wurde und in der Facharbeit über unseren persönlichen lokalen Held schwadronierten.

Unsere Seminarfahrt führte uns in die ewige Stadt-Rom. Denn wo gibt es schließlich so viele local heros, so viel Historie, so viele Ruinen wie dort? Am ersten September  letzten Jahres begann unsere Reise. Wir flogen ab Hannover los und gleich dort gab es die ersten Probleme. Dank der Sitzverteilung saßen wir alle neben wildfremden Menschen und außerdem erdreistete sich unsere Fluggesellschaft den Passagieren während des kompletten Fluges weder einen Picoliter stilles Wasser noch ein kleiner-Finger-großes trockenes „Brötchen“ für lau zukommen zu lassen.  Halb dehydriert und mit leerem Magen in Rom angekommen, hielten wir erst einmal eine Stunde am Gepäckband Ausschau nach unseren einzigartigen schwarzen Koffern, die zum Glück niemand sonst besitzt. Mit jeder vollendeten Umdrehung des Gepäckbands wuchs die Panik. Wie sich dann herausstellte hatte sich lediglich das Gepäckband unseres Fluges geändert,was uns nur nicht mitgeteilt wurde.

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© Stefan Juras

© Stefan Juras

Vom Flughafen sollte uns eigentlich ein Bus zu unserer Unterkunft fahren. Der war nur leider nicht da und so durften wir noch einmal eine dreiviertel Stunde in langer Hose und Pullover (in Niedersachsen war es schließlich nicht allzu warm) in der glühenden Hitze auf unseren überaus bequemen Koffern sitzen. Und hungrig waren wir ja auch noch. Nach endlosen Telefonaten unserers Lehrers mit dem Busunternehmen wurde schließlich doch ein Verkehrsmittel zum Flughafen geschickt. Endlich angekommen sprangen wir in freudiger Erwartung auf unsere zwei Schlafzimmer und eine Küche beinhaltenden Bungalow aus dem Bus und stürmten los um dann auf diese Winzigkeit zu treffen:

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© Stefan Juras

In diesen ein Quadratmeter großen Kleintierkäfigen sollten wir nun also hausen. Da wir zu viert in einen der Dreier-Bungalows einziehen wollten, verfügten wir nun also aufgrund der auf dem Boden liegenden vierten Matratze über noch weniger Bewegungsfreiheit. Die Dusche ließ sich nicht auf ein akzeptables Temperaturlevel regulieren, die Klimaanlage verbreitete einen höchst uangenehmen Eigengeruch nach toter Ratte und der auf der Website des Campingplatzes schon Wochen vorher ausgekundschaftete Pool war gerade einmal knöchelhoch. Badespaß wurde also ganz groß geschrieben.

Einmal-unnötigerweise im Bikini- durch die Pfütze, die dort unter dem Namen „Pool“ bekannt ist, gelatscht und an der Poolbar eine unglaublich riesige Pizza bestellt und in freudiger Erwartung auf den ersten Bissen echter italienischer Pizza zuerst mehrere euphorische Fotos geschossen um dann den bitteren Geschmack der Enttäuschung auf der Zunge zu fühlen-die Pizza schmeckte nämlich original scheiße.

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An ein gutes Ende dieses Tages  habe ich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr geglaubt, bis wir auf dem Rückweg zu unserer Behausung auf mehrere bunte Plakate aufmerksam wurden, die für etwas namens „Schiuma“ auf der Anlage warben, was am selben Abend stattfinden sollte. Logisch geschlussfolgert: Schaumparty! Nachdem wir uns dank diverser stimmungsanhebender Getränke in die optimale Schiuma-Laune versetzt hatten, zogen wir also los und versanken schon bald in diesem riiiiieeeesigen Meer aus Schaum.

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© Stefan Juras

Arrividerci!

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Veröffentlicht in Rom

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